Kreuzkirche
Werk - Mosaiken - Kreuzkirche (Kassel)
Das Gleichnis vom Großen Abendmahl
Das Mosaik von 1963 bezieht sich auf den Bibeltext Lukas 14, 16-24:
Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. 17Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit! 18Da fingen sie alle an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 19Und ein andrer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 20Wieder ein andrer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet; darum kann ich nicht kommen.
21Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein. 22Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. 23Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. 24Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken.
Unter Anlehnung an byzantinische Mosaikkunst hat Christiane Wollenhaupt-Brenner ein mehrphasiges Werk geschaffen, das den oben zitierten Bibeltext in abstrahierter Form vor Augen führt. Der Hintergrund, vor dem sich die fünf Szenen entfalten, ist ein warmer Rotton. Die Farben der einzelnen Szenen: die Gruppe derjenigen die die Einladung zurückweisen, vor einem beigefarbenen Hintergrund, Gott in der Mitte mit freundlich-grünem Hintergrund, der beim geselligen Abendmahl: der Verbindung des Herrn und seiner Gäste, wieder aufgegriffen wurde.
Das erste Bild zeigt Herr und Knecht, die sich den Geladenen zuwenden: Kommt, es ist alles bereit!
Das zweite Bild zeigt eine Gruppe in sich erstarrter Menschen, die sich von der Einladung gestört fühlen, wie man besonders an der Person am rechten Bildrand sieht, die mit den Achseln zu zucken scheint.
Das
zentrale dritte Bild zeigt den Herrn: Der Diener weist auf die Gruppe zurück, aber der Herr weist auf die Gruppe auf dem nächsten Bild, die seine Güte erfahren sollen.
Die Menschen auf dem
vierten Bild sind besonders klein und schwarz dargestellt: Es sind die an den Rand gedrängten: Verkrüppelte, Blinde und Lahme.
Auf dem
letzten Bild schließlich versammeln sich alle als gleichwertige Personen um den Tisch.
Gesellige Gruppen essend um einen Tisch werden im Gesamtwerk der Künstlerin weiterhin eine tragende Rolle spielen.
Das Gleichnis vom Großen Abendmahl, Entwurf. Gouache oder Wasserfarbe auf Papier, 51x160mm